Nahverkehrs-Safari im Berliner Großstadtdschungel

14. Januar 2016 17:15 Glosse
Berliner Großstadtdschungel

Berliner Großstadtdschungel auch unter der Erde

Berlin ist groß. Berlin ist bunt. Berlin ist lebendig.

Wir beglückwünschen Sie zu Ihrer Entscheidung, sich auf die Safari durch diesen einzigartigen Großstadtdschungel zu begeben. Die beste Möglichkeit der Fortbewegung und zur Beobachtung der Eigenheiten der Ureinwohner? Der städtische Nahverkehr. Doch der Großstadtdschungel birgt viele Gefahren: Unterirdische Labyrinthe, Orientierungsfallen, bissige Berliner: Für eine Reise ohne Zwischenfälle oder ärgerliche Begegnungen, möchten wir Ihnen ein paar Hinweise mit auf den Weg geben:

1) Achtsamkeit auf großen, offenen Plätzen. Bewundern Sie gerade die architektonischen Besonderheiten des Dschungels, bemerken ein penetrantes Gebimmel und fragen sich, ob Ihr Tinnitus wieder da ist? Höchstwahrscheinlich stehen Sie auf den Tram-Schienen mitten auf dem Alexanderplatz. Achten Sie auf Ihre Umwelt und mögliche Gefahrenpotenziale wie nahende Straßenbahnen.

2) Sie nutzen einen Berliner Bus, um Ihr nächstes Besichtigungs-Ziel zu erreichen? Drücken Sie rechtzeitig den „Stop“-Knopf, um Ihren Haltewunsch zu äußern – sonst geht die Fahrt ungeachtet Ihrer Ausstiegspräferenzen und verzweifelter Rufe weiter.

3) „Rechts stehen, links gehen!“, heißt es auf Rolltreppen! Wer an Dschungel-Knotenpunkten wie Friedrichstraße, Hautbahnhof oder Alexanderplatz umsteigen will, sollte dem natürlichen Strom der Ureinwohner nicht im Wege stehen. Der Berliner ist gut im Fauchen und Anmotzen, denn die nächste S-Bahn kommt schließlich erst in drei Minuten!

4) Sie geraten auf Ihrer Safari-Tour direkt in die sogenannte „Rushhour“ und zwischen viele Einheimische: Ruhe bewahren, aber trotzdem nicht zu lang an den Türen bummeln oder mit dem Safarigepäck den Türbereich blockieren. Spätestens die Lautsprecherdurchsage mit den Worten „Und wenn es jetzt noch der Letzte schafft, den Türbereich frei zu machen, können wir auch los fahren“ wird Sie allerdings darauf aufmerksam machen.

5) Anpassung und unauffälliges Verhalten inmitten der Einheimischen. Sie haben einen Sitzplatz ergattert? Herzlichen Glückwunsch! Allerdings sticht Ihr Sitznachbar durch wirres Gebrabbel, lautes Fluchen, Gesprächsversuche über Gott oder herzergreifende Gesangseinlagen heraus? Verhalten Sie sich unauffällig und versuchen Sie, nicht mit einzustimmen – egal mit welchem Fall Sie es zu tun haben. Einheimische zeichnen sich besonders durch ihre hochentwickelte Fähigkeit des Ignorierens von Seltsamkeiten aller Art aus. Zur Vorbereitung auf mögliche außergewöhnliche Begegnungen, empfehlen wir folgendes Video der BVG: „Is mir egal“.

In diesem Sinn: Viel Erfolg und Spaß auf Ihrer Großstadt-Safari! 😉

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